Begrüßungsbrief an unsere Gastfamilien

Liebe Gastfamilien.

Zur Ankunft Ihres neuen georgischen Familienmitgliedes möchten wir Ihnen hiermit noch einige nützliche Hinweise geben.

Die anderen Gastfamilien

Die Namen der anderen Gastfamilien mit Anschrift und Telefon sowie der bei ihnen wohnenden Schülerinnen und Schüler werden wir Ihnen in einem weiteren Rundbrief angeben. Sollten Sie nicht wünschen, dass Sie selbst dabei genannt werden, geben Sie uns bitte kurz Bescheid.

Wie möchten Sie angesprochen werden? 

Wir sagen den Kindern, dass sie ihre Gasteltern mit „Frau“ bzw. „Herr“ plus Nachnamen und per Sie ansprechen sollen, sofern diese nicht etwas anderes wünschen, und dass dieses andere „der Vorname plus Sie“ oder „der Vorname plus du“ sein kann. Wenn Sie nicht mit „Frau“ oder „Herr“ angesprochen werden möchten, sollten Sie am besten gleich bei der Begrüßung klären, wie Ihre Wunschformel lautet.

Es sollte bedacht werden, dass die georgischen Kinder üblicherweise Mühe haben, einen zunächst doch fremden Erwachsenen mit „du“ anzusprechen. Die Höflichkeit gebietet in Georgien eigentlich ein „Sie“. Wenn das Kind erkennbar Mühe hat und sich deshalb um die direkte Anrede herumwindet, muss man ihm das Du nicht unbedingt aufnötigen. Nach ein paar Tagen kann man die Sache erneut ansprechen, dann geht es wahrscheinlich schon viel leichter und natürlicher.

Beginn des Zusammenlebens 

Es empfiehlt sich, die Familienregeln gleich am Anfang kundzutun und, wo notwendig, auf ihre Einhaltung zu achten.

Die Begeisterung über ständig vorhandenen Strom und fließend heißes Wasser kann zu übertriebener Nutzung führen; der Gedanke, dass es sich um Werte handelt, die nicht verschwendet werden sollten und die zudem Geld kosten, liegt den Kindern zunächst einmal fern. Wir weisen sie in einem Gastschüler-Begrüßungsbrief darauf hin. Sofern der Hinweis aber nicht ausreichend beherzigt wird, sollte daran erinnert werden.

In Georgien und besonders in Kutaissi verlangt die Höflichkeit, Angebotenes zuerst zwei- bis dreimal abzulehnen. Die Kinder haben von uns gehört, dass man in Deutschland gleich „Ja bitte“ sagen darf, doch mag die Erziehung tief eingewurzelt sein. Also eine Ablehnung in den ersten Tagen bitte nicht unbedingt wörtlich nehmen.

Tischmanieren sind manchmal schwächer ausgeprägt als bei uns. Man tut nicht nur sich, sondern auch den Kindern einen Gefallen, wenn man bei Bedarf etwas nachhilft.

Ein Stadtplan, ggf. eine Kopie daraus kann dem Gastkind die Orientierung erleichtern, ebenso wie ein gemeinsamer Blick auf eine Saarlandkarte.

Auch Winzigkeiten können bei häufiger Wiederholung zum Ärgernis werden. Immer bewährt es sich, Störendes frühzeitig anzusprechen und zu erklären, wie man es gern haben möchte.

Essgewohnheiten 

Üblicherweise sind die Kinder neugierig auf unsere Speisen und gerne bereit, alles zu essen, was auf den Tisch kommt. Einen Wunsch haben sie aber fast alle: dass auch bei einem warmen Essen etwas Brot zusätzlich bereitsteht. Ein Georgier ohne Brot ist ein unglücklicher Georgier.

Abends noch weggehen?

Die Kinder sind in Georgien meist etwas behüteter als bei uns. So stellt sich die Frage z.B. eines Diskothekenbesuches frühestens ab 16 Jahren. Man sollte reagieren, wie man es bei einem eigenen Kind auch täte. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie die Sache gern mit uns besprechen.

Mithilfe 

Zum Behütetsein gehört manchmal auch, dass etwa eine den Haushalt führende, zu liebevolle Oma ihre Enkel eher an die Schularbeiten, ans Klavier oder zu den Freunden nach draußen schickt, als dass die Enkel sich in der Küche die Hände schmutzig machen dürfen. Wenn als Ergebnis dieser Erziehung das Gastkind nicht selbst sieht, wo es mit anpacken sollte (Tisch decken, das eigene Bett machen usw.), scheuen Sie bitte nicht klare Worte. Sie helfen sich selbst und noch mehr dem Kind.

Geld 

Die Kinder haben Barbeträge für Busmonatskarten, die Krankenversicherung und Taschengeld dabei. Die Eltern haben außerdem die Flugkosten bezahlt. In eher seltenen Fällen bieten wir einen Zuschuss an. Wir haben die Kosten für die Versicherung vorgelegt und bitten Sie höflich, bei der Erstattung auf unser Konto mitzuwirken, z.B. indem das Gastkind Ihnen den Betrag in bar gibt, den wir Ihnen jeweils aktuell benennen, und Sie diesen dann von Ihrem Konto auf unser Konto überweisen.

Klassenfahrten 

Klassenfahrten sind ein Höhepunkt im Schülerleben. Unsere Gastkinder sollten möglichst daran teilnehmen können. Wenn, was oft der Fall ist, die georgischen Eltern schon mit den vorgenannten Kosten an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sind, muss die Finanzierung in jedem Einzelfall geprüft und meist aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt werden. In der Vergangenheit haben mehrfach die Schulvereine etwas beigetragen, auch legen manchmal die Eltern der betreffenden Klasse zusammen und steuern so einen weiteren Teil bei. Üblicherweise kümmern wir uns um diese heiklen Fragen selbst, bitten aber, uns rechtzeitig vorher von den Reiseplänen zu informieren.

Schengen-Visum 

Die Kinder haben ein Visum für die Schengen-Staaten, mit dem sie in alle näheren Länder reisen können. Sollte die Klasse aber eine Klassenfahrt ins „Schengen-Ausland“ machen (insbesondere England), müsste rechtzeitig ein Visum besorgt werden.

Versicherung 

Alle Kinder sind für die gesamte Dauer ihres Aufenthaltes krankenversichert. Sollte für ein Kind eine ärztliche Behandlung notwendig werden, geben Sie uns bitte Bescheid.   

Telefonieren

Gleich nach der Ankunft möchte jedes Kind zu Hause anrufen und von der glücklichen Ankunft berichten. Egal wie weit die Nacht vorgeschritten ist: die eigenen Eltern können erst nach diesem Anruf ruhig schlafen.

Mit einem preiswerten Anbieter, z.B. über die Nummern 01051 oder 01056 oder 01057 oder 010040, kostet derzeit eine Minute ins Festnetz rund 3 Cent und ins Mobilfunknetz rund 9 Cent. Bei den meisten Anbietern, so auch bei den genannten  Nummern, wird der Minutenpreis nach der Wahl und vor Herstellung der Verbindung angesagt.

Im Internet kann man z.B. unter www.billiger-telefonieren.de die jeweils aktuellen Preise feststellen.

Unvorhergesehenes

Sollte  sich etwas Unvorhergesehenes ereignen, z.B. ein Krankheitsfall, eine plötzlich erforderlich gewordene Abwesenheit o.ä., können wir Ihr Gastkind problemlos woanders „zwischenlagern“.

Gesprächsbedarf 

Bei Gesprächsbedarf jeglicher Art stehen wir jederzeit bereitwillig zur Verfügung.

War danken Ihnen für Ihre großmütige Gastfreundschaft und wünschen Ihnen eine interessante und harmonische Zeit mit Ihrem Gastkind.

Ihre Gisela Heil